Ältere Rheinländer erinnern sich noch gut an die Zeiten, in denen vor dem Genuss von Fischen aus dem Rhein gewarnt wurde. In den Siebzigerjahren drohte der große Fluss nämlich umzukippen. Über die Mosel kam stark versalzenes Wasser aus dem französischen Kalibergbau, chemische Werke leiteten ihre Abwässer nahezu ungereinigt ein, und das Kühlwasser der Kraftwerke hatte die Temperatur so erhöht, dass es kaum noch Fische im Rhein gab. Dabei war der Fischreichtum im Strom noch in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts so groß, dass in den Arbeitsverträgen von Hausangestellten festgeschrieben war, wie oft ihnen höchstens pro Woche Aal zum Mittagessen serviert werden durfte. Die professionelle Fischerei am Rhein, einst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region, kam schon um 1970 herum fast völlig zum Erliegen. Das alles hat sich dank erheblicher Umweltschutzmaßnahmen in den letzten 20, 30 Jahren grundlegend geändert. Heute bietet der Rhein wieder eine reichhaltige Fischfauna.

Der letzte aktive Aalschokker auf dem Rhein in NRW (Foto: Rheinfischereigenossenschaft NRW)

Der letzte aktive Aalschokker auf dem Rhein in NRW (Foto: Rheinfischereigenossenschaft NRW)

Trotzdem gibt es gerade zwischen Köln und Duisburg keine Fischereiwirtschaft mehr. Dafür hat aber die Zahl der Angler mit einer Fischereikarte stark zugenommen. Wer öfters an den Ufern spazierengeht, wird an vielen Stellen auf Menschen treffen, die geduldig ihre Angelruten in den Fluten versenken und auf gute Fänge hoffen. Während manche dieser Angler den gefangenen Fisch tatsächlich zu aller erst als Bereicherung des Speisezettels fangen, gibt es auch Hunderte von Sportanglern, denen der Fischfang ein wunderschönes Hobby an der frischen Luft ist. Übrigens: Es ist die Wasserschutzpolizei, die regelmäßig kontrolliert, ob die Angler im Besitz einer gültigen Fischereikarte sind – die Beamten sind zu diesem Zweck oft mit ihren Dienstwagen und zu Fuß an den Ufern unterwegs.

Wer sich für dieses Hobby interessiert, findet alle Informationen über den Fischbestand, die verschiedenen Methoden und die gesetzlichen Bedingungen auf der bestens gepflegten Website namens Rhein-Angeln. Viele nützliche und interessanten Fakten bietet außerdem die Website der Rheinfischergenosschaft NRW.

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