Es wäre ja auch ein Wunder, wenn das Projekt “Stadtstrände” in Düsseldorf ohne Gehampel über die Bühne gegangen wäre. Nachdem das Projekt der Planer von Küssdenfrosch im Rat der Stadt ein positives Echo gefunden hatte, finden jetzt Fraktionsmitglieder von CDU und FDP, dass Container an den drei Plätzen am Rhein die Gegend verschandeln würden. Das Stadtstrand-Team äußert sich dazu in der Lokalpresse eindeutig: “Ohne Container kein Stadtstrand” und drohen mit komplettem Rückzug.

Illustration: Stadtstrand am KIT (Quelle: stadtstrand-duesseldorf.de)

Illustration: Stadtstrand am KIT (Quelle: stadtstrand-duesseldorf.de)

Auch wenn die fröhlichen Comics der Stadtstrand-Macher die geplanten, notwendigen Lagerungs-Container bis auf eine Ausnahme verschämt verschweigen, sind sie doch in den Unterlagen, die dem Rat der Stadt vorlagen, klar und deutlich benannt. Es handelt sich um 20-Fuß-Standardcontainer wie sie in der Frachtschifffahrt üblich sind; ins metrische System umgerechnet sind solche Container rund sechs Meter lang, etwa 2,40 Meter breit und knapp 2,60 hoch. An den Stadtstränden würden sie gebraucht, weil das Mobiliar und alles, was sonst für den Betrieb gebraucht wird, nachts sicher gelagert werden muss. Außerhalb würden diese Container andernorts eingelagert. Die Vorstellung, dass nach offiziellem Schließen eines Stadtstrandes täglich das gesamte Inventar abtransportiert würde, scheint sich bei einigen Lokalpolitikern irrtümlich eingeschlichen zu haben.

Aber, wie groß sind diese Container – von denen pro Stadtstrand zwei oder drei geplant sind – in Relation zur Umgebung? Nehmen wir den Gastronomiebau am KIT als Maßstab. Das rechteckige Gebäude ist ungefähr 36 Meter lang, ca. 8,50 tief und weniger als 4,50 hoch – das entspricht in etwa einem zweilagigen Stapel mit insgesamt 36 Containern. Nimmt man ein klassisches Dixi-Klo als Vergleich, dann entspricht ein 20-Fuß-Container ungefähr zehn in Doppelreihe aufgestellten Toilettenhäuschen. Ursprünglich war angedacht, die Container zu stapeln, aber davon sind die Planer inzwischen abgekommen. Bleibt die Frage, ob und wie sehr also die Lagerungs-Container der Stadtstrände das Bild von Apollowiese, dem Bereich unter der Oberkasseler Brücke und unter dem Nordende des Rheinparks wirklich verschandeln.

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