Passionierte Shipspotter, die den Verkehr auf dem Rhein beobachten, wissen es: Die großen Schiffe voller Container ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Das liegt daran, dass sie bis auf wenige Ausnahme zur Klasse der “großen Containerschiffe” zählen. Dieser Schiffstyp wurde 1998 eingeführt, sein erster Vertreter war die “Jowi”, sodass oft auch von der Jowi-Klasse die Rede ist. Tatsächlich stellte die Standardisierung von Großcontainern, die sich ab den Siebzigerjahren bei der Seefracht durchgesetzt hatten, auch eine Revolution für die Rheinschifffahrt dar. Heutzutage wird beinahe alles, was nicht Schüttgut, Gas und Flüssigkeit oder großes Stückgut ist, in der weltweiten Binnenschifffahrt per Container transportiert.

Ein 20-Fuß-Standardcontainer als Lager

Ein 20-Fuß-Standardcontainer als Lager

Die Standardisierung von 20- und 40-Fuß-Containern hat vor allem das Laden und Löschen sowie den Übergang von Schiffs- auf Landtransport grundsätzlich geändert. Die fortschreitende Digitalisierung beschleunigt diese Entwicklung sogar noch. Noch in den Achtzigerjahren nahmen Rheinschiffe Seecontainer in der Regel zusätzlich oder anstelle von Stückgut an Bord. Erst seit der Einführung der Jowi-Klasse hat sich die Containerlogistik auch auf dem Rhein schnell und umfassend durchgesetzt.

Volle Ladung, volle Fahrt - das große Containerschiff Henri-R (Quelle: Wikimedia)

Volle Ladung, volle Fahrt – das große Containerschiff Henri-R (Quelle: Wikimedia)

Die Flotte der auf den europäischen Flüssen und Kanälen fahrenden großen Containerschiffen lässt sich grob in zwei Typen unterteilen: Schiffe mit rund 135 Meter und solche mit unter 110 Metern Länge. Die Mehrheit hat Maße in der Größenordnung von 135 x 17,5 Metern; die Aufteilung von Laderaum und Wohnteil ergibt sich aus der Anzahl der Container die geladen werden können – voll beladen passen auf ein Schiff der Jowi-Klasse rund 500 20-Fuß- bzw. die entsprechende Menge 40-Fuß-Container.

Häufig unterwegs in unserer Region ist die Henri-R, die 2002 als Brixon in Dienst gestellt wurde. Der Rumpf wurde auf der Mangalia-Werft am Schwarzen Meer in Rumänien gebaut und bei De Waal in Werkendam (NL) ausgerüstet. Sie ist ziemlich genau 135 Meter lang und etwa 14,2 Meter breit. Die Henri-R kann bis zu 421 20-Fuß-Container transportieren und ist aktuell mit zwei Caterpillar 3512 (B) DI-TA electronic zu je 1.521 PS ausgestattet. Hinzu kommt ein Bugstrahlantrieb vom Typ 1014 PC Caterpillar-Veth Jet. Das folgende Video zeigt die Henri-R in Fahrt:

Binnenschiff HENRI R 02325388 mit Daten | Inland Container Vessel | Rhenish tango

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